Indien – Delhi und Rajasthanreise

21.11.-1.12.2016

Tag 1 – 19.11.2016

Los ging es für uns heute um 7:00 Uhr. Mit dem Taxi zum Flughafen Wien Schwechat und von dort nach Frankfurt.

Flug LH1233 verlief eigentlich sehr ruhig und angenehm. Gepäck konnte am Check in Schalter in Wien bis nach Delhi durchgecheckt werden. Somit konnten wir ganz entspannt in Frankfurt weiter gehen und nach einem erneuten Handgepäck und Pass-Check ging es am Ausgang C16 in Frankfurt weiter.

Als wir am Abflugsteig ankamen fiel mir auf, dass es hier schon etwas nach indischen Gewürzen roch. Wir erwarteten den Rest unserer 19-köpfigen Gruppe. Leider trafen wir diese bis zum Einsteigen nicht am Flugsteig an. Deshalb entschieden wir uns, schon einzusteigen und suchten uns unsere Plätze im hinteren Teil des A380-800. Genug Beinfreiheit hatten wir, da vor uns keine Sitzreihe war. Ich rief dann kurz Laura von Tour de Sense an, dass wir bereits im Flugzeug sind und uns keiner sucht. Sie waren zu diesem Zeitpunkt auch beim Einsteigen und alles war perfekt.

Ich habe, wie bei all meinen Reisen, fleißig die ersten Audioaufnahmen vor und während des Starts gemacht.

Der Start mit dem großen Airbus war beeindruckend. Das so ein großes Ungetüm so elegant hochsteigt, ist schon ein tolles Erlebnis. Raphaela hat den Start vom Bildschirm aus gefilmt.

Es ist jetzt 17 Uhr in Deutschland und 21:30 in Delhi. Soeben hat Raphaela 2 Frauen angesprochen, ob sie zu unserer Reisegruppe gehören. Und tatsächlich, es war so. Beata und Uschi wurden gefunden. Sie sitzen nur ein paar Reihen hinter uns.

Der Flug verlief ohne Zwischenfälle. Das Essen, obwohl Flugzeugessen, hat gut geschmeckt. Ein erster Vorgeschmack auf Indien, fleischlos.

Raphaela hat immer wieder dazwischen Bilder von der aktuellen Flugposition gemacht und kann diese dem Bericht hinzufügen.

Normalerweise ist sie nervös, wenn sie so lange Strecken fliegt, aber heute überhaupt nicht. Sie genießt und ist ganz entspannt und relaxed.

Ich konnte sogar das Spiel Dortmund gegen Bayern im Flugzeug anschauen.

Tag 2 – 20.11.2016

Ankunft, Koffer und das liebe Geld, die sehr kurze Nacht, der Tempel, der Markt, Minarett (der ersten islamischen Siedlung Indiens)

Um 1:30 Uhr indischer Zeit, dass sind viereinhalb Stunden Zeitunterschied zu Deutschland, sind wir auf dem Flughafen Indira Ghandi in Delhi gelandet. Erst einmal mussten wir ein Einreisedokument, einen A6 Zettel mit unseren Daten zu Name, Passnummer, Flugnummer, Hoteladresse,… ausfüllen und dann konnten wir, dieses Mal als gesamte Gruppe, weitergehen.

Normalerweise füllt man diese Einreisedokumente bereits im Flugzeug aus, aber die hatten wohl ein fehlerhaftes Einreisedokument dabei und deshalb mussten wir es am Flughafen ausfüllen, was natürlich einiges an Zeit in Anspruch nimmt.

Dann ging es zur Einwanderungsbehörde, dass dauerte nicht so lange, da wir dank einer Flughafenassistenz, vorgehen durften.

Als wir wieder alle versammelt waren, ging es weiter zur Gepäckausgabe und Ja, mein Gepäckstück kam dieses Mal wirklich an. Aber auch das von Raphaela und allen anderen Mitreisenden.

Der Geldwechsel ist ja eigentlich keine große Sache, würde der Europäer meinen, in Indien verhält sich das Ganze etwas anders. Nach mehrmaligen Diskussionen und „Abmachungen“ durfte jeder von uns 75 Euro in indische Rupien umtauschen. Das sind in etwa 5000 Rupien. Die Tausender Scheine und Fünfhunderter Scheine wurden eine Woche vorher als ungültig aus dem Verkehr gezogen, zu einfach zum Fälschen.

Nach dem Geldwechsel stellte sich unser Reiseleiter Hari vor, den wir vor dem Flughafen trafen und der uns alle gemeinsam zu unserem Bus, der uns die ganze Zeit zur Verfügung stand, brachte.

Hari ist ja nur der erste Teil seines Vornamens, den ganzen Namen haben wir uns nicht gemerkt, der ist uns Europäern zu kompliziert. Sein vollständiger Name lautet: Girdhari Singh Shekhawat.

Es dauerte noch eine ganze Zeit, bis wir auf abenteuerlichem Weg in unserem Hotel ankamen. Um 5:30 Uhr trafen wir schließlich im Mantra Almatas ein und konnten unsere Zimmer beziehen.

Um 09:00 Uhr gab es dann ein gutes Frühstück und um 10 Uhr ging der zweite Tag los. Wir waren zwar noch alle etwas müde, aber erstaunlicherweise verflog die Müdigkeit dann sehr schnell.

Heute ist unser indischer englischsprachiger blinder Reisebegleiter Pranav zu uns gestoßen. Er verteilte Geldscheintester an die blinden Reisegäste und ein Buch mit dem Reiseverlauf in englischer Blindenschrift. Das war schon prima. Auf dem Buchdeckel befand sich ein Relief des Taj Mahals. Dazu gab es eine praktische Umhängetasche aus Jute.

Ebenfalls mit dabei waren zwei Damen des Reisebüros in Indien, dass mit tour de sense zusammenarbeitete.

Nun möchte ich euch aber noch einen kurzen Überblick über unser erstes Ziel Delhi geben:

In Delhi leben etwa 15 Millionen Menschen. Sehr zuverlässig ist diese Einwohnerzahl jedoch nicht, da verschiedenste Quellen hierzu verschiedenste Aussagen treffen. Laut einer Volkszählung im Jahr 2011, leben laut Wikipedia über 16 Millionen in dieser Megacity. Delhi ist seit 2012 in elf Bezirke unterteilt. Obwohl Delhi die Hauptstadt Indiens ist, belegt sie, wenn man die Einwohnerzahl betrachtet nur Platz 2 hinter Mumbai. Der Name der Stadt lautet in den westlichen Sprachen Delhi. In den lokalen Sprachen Hindi, Urdu und Panjabi wird der Name der Stadt Dillö oder Dehlö ausgesprochen. Der Name leitet sich vermutlich vom alten Hindustani Wort Hügel ab.

Delhi liegt am Fluss Yamuna und liegt etwa 216 Meter über dem Meeresspiegel. Für uns Europäer ist Delhi mit einer Durchschnittstemperatur von 25° ein klimatisch sehr angenehmes Reiseziel.

Die britische Ostindien-Kompanie gründete Mitte des 18. Jahrhunderts eine Niederlassung in Delhi.

Nach der Volkszählung 2001 wohnen fast 1,9 Millionen Einwohner Delhis (19 Prozent der Bevölkerung) in Slums. Gleichwohl ist der Anteil der Slumbevölkerung aber noch deutlich niedriger als in Mumbai (49 Prozent) oder Kolkata (32 Prozent). Ein erhebliches Problem in Delhi ist, wie in großen Teilen Indiens, die gezielte Abtreibung weiblicher Föten und das daraus resultierende ungleiche Geschlechterverhältnis: Auf 1000 Männer kommen im Hauptstadtterritorium Delhi nur 868 Frauen. Diese Werte liegen deutlich unter dem indischen Durchschnitt. 86 Prozent der Einwohner des Hauptstadtterritoriums Delhi können lesen und schreiben (Männer: 91 Prozent, Frauen 81 Prozent). Die Alphabetisierungsquote liegt deutlich über dem gesamtindischen Durchschnitt von 73 Prozent, aber nur wenig über dem Durchschnitt von 84 Prozent für die städtische Bevölkerung.

Wie andere indische Großstädte hat Delhi durch Geburtenüberschuss und Landflucht eine Bevölkerungsexplosion erlebt. 1871, im Jahr der ersten Volkszählung in Britisch-Indien, zählte Delhi noch gut 150.000 Einwohner. Bei der letzten Volkszählung unter britischer Herrschaft im Jahr 1941 lag die Einwohnerzahl schon bei rund 520.000. In den Jahrzehnten nach der indischen Unabhängigkeit vervielfachte sich die Einwohnerzahl: 1971 hatte sie 3,7 Millionen erreicht, 1991 waren es bereits 7,2 Millionen. In den letzten Jahrzehnten ist die Wachstumskurve dagegen abgeflacht: Zwischen 2001 und 2011 wuchs die Einwohnerzahl Delhis um nur 12 Prozent. Das gesamte Hauptstadtterritorium erlebte im gleichen Zeitraum ein Bevölkerungswachstum von 21 Prozent, was nur wenig mehr ist als der gesamtindische Durchschnitt von 18 Prozent.

Hauptgrund dafür ist, dass im bereits dicht besiedelten Stadtgebiet zunehmend Platz für weiteres Wachstum fehlt. Stattdessen verlagert sich das Bevölkerungswachstum auf das Umland Delhis: Die Einwohnerzahl des Distrikts Gurgaon wuchs etwa binnen zehn Jahren um 74 Prozent, die des Distrikts Gautam Buddha Nagar um 51 Prozent

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Delhi

Wir fuhren dann zu unserer ersten Station, einem Hindutempel, etwa zehn Fahrminuten vom Hotel entfernt. Vor dem Tempel mussten wir die Schuhe ausziehen und abgeben, dafür gibt es extra „Aufpasser“, damit die Schuhe nicht wegkommen.

Nach dem beeindruckenden Rundgang und der Besichtigung der verschiedenen Götterstatuen, die Hari uns erklärte, verließen wir den Tempel und fuhren zu einem hiesigen Markt. Zwischen Gewürzen, Lebensmitteln, Schneidereien, Elektorhändlern und noch vielem mehr versuchten wir, uns nicht aus den Augen zu verlieren. Das war nicht so einfach, denn in Delhi ist es auch sonntags sehr voll. die Standbesitzer haben keine festgeschriebenen Öffnungszeiten.

Überall hörte man Stimmengewirr, Gegacker der Hühner, die hier geschlachtet, gerupft und angeboten wurden. Unter großem Andrang, warteten die Händler auf Kundschaft. Mitten durch den Markt verlief eine Rinne, die zur Ableitung von Abwasser genutzt wird. Eine interessante Szenerie konnten wir verfolgen, als ein Mann sich eine Ziege unter je einen Arm klemmte und damit zu einem Stand an uns vorbei lief. Den Tieren war das Fell bereits abgezogen worden. Wer Fleisch konsumiert, muss auch das aushalten können, will ich meinen.

Wir bekamen die Möglichkeit Betelnuss zu kauen. Das wollte ich schon letztes Jahr in Indien tun, aber irgendwie kam es nicht dazu.

Wieder draußen hatten ein paar von uns den ersten Kontakt mit bettelnden Kindern. Sie sind recht aufdringlich und möchten entweder Geld, Stifte, Schokolade oder Haarshampoo. Unser Reiseleiter erklärte uns, dass man Ihnen nicht damit hilft, wenn man Ihnen etwas von den verlangten Dingen gibt, sondern eher schadet, da sie die Dinge abgeben müssen und diese meist von den Eltern oder von Bettelorganisationen verkauft werden. Uns fiel es nicht leicht da immer so hart zu bleiben.

Wieder im Bus, fuhren wir zur ersten islamischen Siedlung Indiens, die den Namen Qutb Minar trägt. Hier wurde ein beeindruckendes Minarett erbaut. Die ganze Anlage befindet sich in einer parkähnlichen Umgebung, in der an einem schönen Sonntag natürlich einiges los war.

Wichtig zu erwähnen ist, dass die erste islamische Siedlung auf den Trümmern von Lal Kot, einer im 8. Jahrhundert von den Tomara-Rajputen gegründeten und im 12. Jahrhundert von den Chauhans erweiterten Festung mit einem Hindutempel erbaut wurde. Heute findet sich hier eines von Delhis berühmtesten Wahrzeichen: der spitz zulaufende, rote Sandsteinturm des Qutb Minar. Als bekanntes Relikt des ehemaligen Tempels befindet sich auf dem Gelände auch die eiserne Säule, eines der weltweit ersten metallurgischen Monumente, das aus rostfreiem Schmiedeeisen besteht.

Nach dieser Besichtigung haben wir uns wieder alle im Bus eingefunden und unser Reiseleiter Hari legte für uns eine Handkasse an, aus der alle Eintritte und sonstigen anfallenden Kosten bezahlt wurden. Pro Person gaben wir Ihm 20 €. Mir war es ein Rätsel, wie wir damit die ganzen zwei Wochen hinkommen sollten, aber es klappte.

Wieder in unserem schönen Hotel angekommen, ruhten wir uns ein wenig aus und trafen uns später zum ersten Abendessen wieder. Danach haben wir dann eine kurze Vorstellungsrunde gemacht. So kann man sich besser merken zu welchem Gesicht oder zu welcher Stimme wer gehört.

Tag 3 – Montag 21.11.2016

Blumenmarkt, Taj Mahal, Geschichte des Taj Mahal im Bollywoodstil

Nach dem indischen Frühstück, mit warmen Speisen, wurde unser Gepäck im Bus verstaut und es ging los nach Agra. Hier sollten wir einen Höhepunkt unserer Reise, das Taj Mahal zu sehen bekommen.

Wir fuhren um 08:00 Uhr los, um einen Blumenmarkt vor den Toren Delhis zu besuchen. Der Markt war bis 09:00 Uhr geöffnet und wir mussten uns ein wenig beeilen. Auch hier beeindruckten uns wieder die Vielfalt der ausgestellten Blumen und die Geschäftigkeit der Händler. Das Prinzip ist so, dass jeder Einzelhändler so viel kauft, dass er es an einem einzelnen Tag verkaufen kann. So hat er ständig frische Produkte. Mit Obst, Fleisch und Gemüse verhält es sich auch so. Verschiedene Blumenketten, die als Opfergaben den Göttern gebracht werden, wurden zum Kauf angeboten.

Der Markt hat jeden Tag von 07:00 bis 09:00 Uhr geöffnet. Das Bild zeigt den Blick von der Dachterrasse auf den Blumenmarkt.

Dann ging es auf eine längere Fahrt zum Taj Mahal nach Agra. Die Fahrstrecke betrug etwa 200 km. Für indische Verhältnisse ist das eine recht beachtliche Entfernung, weil man zwar um einiges schneller als in der Stadt vorwärts kommt, aber für unsere Verhältnisse doch eher langsamer fährt.

Wir fuhren auf einer, für indische Verhältnisse sehr guten Autobahn. Es wurde vor einiger Zeit begonnen das Land mit diesen sogenannten Highways zu durchziehen. Das ist eine Aufgabe, die wohl noch einige Zeit dauern wird. Für diese Autobahnen wird auch Maut verlangt. Die Straße liegt etwas höher, dass keine Tiere auf die Autobahn laufen können. Auf der Fahrt erklärte uns Hari unter anderem den Status der heiligen Kuh und die Geschichte des Taj Mahals.

Laura von Tour de Sense hatte eine erhabene Indienkarte erstellt. Das fand ich ganz prima, denn so konnten wir uns das riesige Land besser vorstellen. Auf der Karte konnten wir unsere Reiseroute sehr gut nachvollziehen.

Kurz bevor wir am Taj Mahal ankamen, bekamen wir noch Instruktionen, was denn da so auf uns zukommen könnte. Es hieß, alle Arten von Bettlern zu ignorieren, keine elektronischen Geräte oder Essbares mit auf das Gelände des Taj Mahals zu nehmen, außer Fotoapparate. Eigentlich galt das auch für mein Aufnahmegerät, aber ich bekam es trotzdem mit hinein, denn ich erklärte den Sicherheitsleuten, dass es sich dabei um nichts Gefährliches handelt.

Als wir ankamen, wurden wir auf sogenannte Tongas (Pferdekutschen) verteilt. In einer Tonga waren mit dem Kutscher immer zwei Personen, also insgesamt drei Personen. Die Tonga wurde von nur einem Pferd gezogen und hatte auch nur zwei statt vier Räder, was die Fahrt etwas wackelig gestaltete. Die Sonne meinte es sehr gut mit uns und wir waren froh, dass ein Dach über der Tonga befestigt war.

Die Fahrt zum Taj Mahal dauerte etwa 15 Minuten, wurde aber durch einen unschönen Vorfall unterbrochen. Die Kutsche, in der zwei unserer Reisegruppe saßen hatte ein Problem, denn das Pferd, welches sie zog verfing sich in einer halbhohen Umzäunung und stürzte. Alle Kutscher versuchten das Tier wieder auf die Beine zu stellen. Zum Glück kippte die Tonga nicht um und die anderen Pferde gingen nicht durch und das gestürzte Tier war wohl auch nicht verletzt. So konnten wir weiterfahren.

Am Eingang zum Taj Mahal wurde jeder einzeln durch einen Sicherheitsbeamten kontrolliert. Man kann sich das wie am Flughafen vorstellen. Es ging recht schnell und unkompliziert und dann lag es vor uns dieser grandiose Bau der glaube ich jeden verzaubert.

Wenn man durch das Tor tritt, hat man den Eindruck, dass das Taj Mahal immer größer wird, wenn man darauf zugeht. Zuerst schaut man durch einen Torbogen und sieht nur einen Teil des Grabmales – je näher man hinkommt, desto mehr sieht man davon, wie wenn man es zuerst mit einem Fernglas ganz nahe heranzoomt und dann wegzoomt.

Durch das kleine Tor kann man es schon sehen:

Hier einige Daten zum Taj:

Der Bau des Taj Mahal wurde kurz nach dem Tode Mumtaz Mahals im Jahr 1631 begonnen und 1648 fertiggestellt.

Am Bau dieses imposanten Gebäudes waren bis zu 20 Tausend Mitarbeiter aus verschiedenen Teilen Asiens beteiligt. Die Baumaterialien wurden aus Indien und anderen asiatischen Ländern mit eintausend Elefanten herangeschafft. 28 verschiedene Arten von Edelsteinen und Halbedelsteinen wurden in den Marmor eingesetzt. Man spricht in diesem Fall von Einlegearbeiten.

Der Taj Mahal wurde unter dem 1904 erlassenen Ancient Monuments Preservation Act von der britischen Regierung unter Denkmalschutz gestellt. Die Gärten des Taj Mahal wurden auf Anweisung von Lord Curzon 1908 durch den Archaelogical Survey of India restauriert und weitgehend durch Rasenflächen ersetzt.

Das Mausoleum, das aus nur einem Raum besteht, beherbergt die Kopien der beiden Sarkophage des Kaisers Schah Jahan und seiner Lieblingsfrau Mumtas Mahal.

Angeblich planten die britischen Kolonialherren unter dem Gouverneur Lord William Cavendish Bentinck im 19. Jahrhundert, das stark vernachlässigte Gebäude stückweise auf Auktionen in England zu verkaufen. Shah Jahan wurde von seinem Sohn Muhammad Aurangzeb Alamgir entmachtet und verbrachte den Rest seines Lebens als Gefangener im Red Fort. 1666 wurde er neben seiner Gattin beigesetzt. Sein Grab zerstört die Symmetrie des Gebäudes, was belegt, dass er vorhatte, sich ein eigenes Grabmal zu errichten, zumal er, um diese Symmetrie zu bewahren, ein Rasthaus auf der östlichen Seite des Gebäudes errichten ließ, das der Moschee auf der westlichen Seite ähnlich ist.

Der Taj Mahal liegt nicht im Zentrum des Gartens, wie bei persischen Grabmälern üblich, sondern am nördlichen Rand, was nahelegt, dass ein weiteres Grabmal auf dem gegenüberliegenden Ufer geplant war. Die vom Fluss getrennten Gebäude wären dann wiederum im Zentrum des nunmehr großen Gartenareals gewesen, wie es dem persischen Verständnis vom Himmel als von einem Tschāhār Bāgh ent-spricht. Das Grabmal Humayuns z. B. in Delhi bleibt dieser Konzeption treu.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Taj_Mahal

Am Abend haben wir uns dann in einem Theater die Geschichte um das Taj Mahalt angesehen. Die Vorstellung, die sehr farbenprächtig, mit vielen Tanzeinlagen und Gesang war, wurde im Bollywoodstil aufgeführt. Über am Sitzplatz angebrachte Kopfhörer, konnten wir auf Deutsch die Dialoge verfolgen. Auch wenn es doch sehr touristisch anmutet, war es eine sehr schöne Vorstellung, die wir nicht missen wollten.

Mit einem guten Abendessen schlossen wir diesen wirklich sehr interessanten und vielfältigen Tag ab.

Tag 4 Dienstag 22.11.2016

Heute haben wir uns aufgeteilt. Raphaela war mit Gregor und ich mit Sabine unterwegs

Bei tour de Sense ist es eine schöne Tradition, dass sich die Reisenden untereinander aufteilen und jeder, sofern er denn möchte, einmal von jemandem anderen begleitet wird. Meine Partnerin war an diesem Tag Lauras Mutter Sabine.

Sabine war Lehrerin und erklärte alles sehr genau und gut verständlich. Sie interessiert sich sehr für Architektur und legt auf Gebäude ein extra Augenmerk. Sie erklärt architektonisch, womit sie bei mir an der genau richtigen Adresse war.

Unser erstes Tagesziel war die Besichtigung einer Marmorwerkstätte in Agra. Hier wurde uns die Tradition um die Einlegearbeiten, die man auch in den Marmorsteinen des Taj Mahal finden kann nahe gebracht.

Die Steine, aus denen dann die Stücke für die Einlegearbeiten in Handarbeit nach alter Tradition geschliffen und weiterverarbeitet werden, wird von Generation zu Generation an die männlichen Nachkommen weitergegeben und kann nicht als Beruf erlernt werden.

Hier haben wir zwei Modelle des Taj Mahal und eine kleine Dose mit Einlegearbeiten gekauft. Einige mitreisende kauften kleine Marmortische mit sehr schönen Einlegearbeiten.

Wir stellten fest, dass in dieser Werkstatt Mitarbeiter muslimischen Glaubens arbeiten. Ich war natürlich an allem sehr interessiert und lernte Saddam kennen. Saddam ist Verkaufsleiter und ist gerade dabei Deutsch zu lernen. Wir verstanden uns gleich sehr gut und befreundeten uns auf Facebook.

Als wir die Marmorwerkstatt verließen, wurden wir von Straßenhändlern umringt. Raphaela beteiligte sich auch gleich am Verkauf von Magneten mit dem Bild des Taj Mahals und bekam zehn Stück dieser Magnete in die Hand und verteilte sie in unserem Bus. In ihr schlummert ein bisher nicht entdecktes Verkaufstalent!

Nun ging die Fahrt mit dem Bus nach Fathepur Sikri. Dieser Ort wird auch die verlassene Stadt genannt. Der Grund dafür war einfach große Trockenheit.

Hier Namen wir an einem sehr beeindruckendem Rundgang teil. In diesem Fort, hatte der Maharaja eine Art Schachspiel in seinem Hof errichten lassen. Die Figuren, mit denen er spielen ließ, waren aus Fleisch und Blut. In der Stadt selbst dürfen keine Autos und Busse fahren und so legten wir eine kleine Strecke zu unserem Bus zu Fuß zurück.

Unser Mittagessen nahmen wir heute im Freien ein. Der Besitzer des Restaurants, ein Freund von Hari sprach ein hervorragendes Deutsch und die Speisen und Getränke mundeten uns sehr.

Nun ging es auf die etwa 4 Stündige Fahrt nach Jaipur in die nächste Stadt auf unserer Route. Die Fahrt ging über eine indische Landstraße und einmal bremste unser Bus etwas stärker. Dann hörten wir ein leises Klirren, dachten uns aber nichts weiter dabei. Wir fuhren weiter und ein LKW setzte sich vor uns und bremste uns aus.

Dem Guten fehlte ein Spiegel, waren wir das? Ja, wir waren es wohl tatsächlich, denn der erboste Fahrer stieg direkt aus und führte eine etwas lautere Konversation mit unserem Fahrer. Sehr schade, dass wir alle kein Hindi verstehen. Es ging dann aber auch gleich zügig weiter und gegen Abend erreichten wir unser Hotel Ramada in Jaipur und bezogen für zwei Nächte unsere Zimmer. Das Hotel war sehr groß und das Abendessen sehr gut. Durch einen Springbrunnen in der Nähe der Stelle an der wir das Essen einnahmen und die große Halle in der wir uns befanden, war der Geräuschpegel recht laut. Nach dem Essen fielen wir müde ins Bett.

Tag 5 Mittwoch 23.11.2016

An diesem Tag ging es zum Fort Amber, welches wir auf dem Rücken eines Elefanten erreichten. Auf dem Rücken des Tieres befand sich längsseits eine Bank, auf der zwei Gäste Platz fanden. Es ging gemütlich den Berg hinauf. Und beim beeindruckenden Fort angekommen, kamen sie auch schon, unsere ständigen Begleiter, die Straßenhändler. Wir kauften ein Instrument, welches man mit einem Bogen spielt und das traditionell in Rajasthan gespielt wird.

Das Fort Amber. ist einfach riesig und Hari erklärte alles sehr detailliert. Das Fort Amber liegt im Bundesstaat Rajastan. Früher war das Amber Fort ein eigenständiger Ort. Heute gehört es zur Stadt Jaipur.

Das Fort von Amber, der ehemaligen Hauptstadt der Kachchwaha-Dynastie, wurde im Auftrag von Raja Man Singh I. (reg. 1589–1614), einem Feldherrn des Großmoguls Akbars in den Jahren um 1590 erbaut bzw. erweitert und später von Jai Singh I. (reg. 1621–1667) weiter ausgebaut. Man Singh I. gilt auch als Erbauer des Königspalastes.

Die Anfänge der Stadt sind aber wesentlich älter und gehen auf die Minas zurück, die ursprünglichen Einwohner des Gebietes. Bereits vor der Übernahme durch die Kachchwaha-Rajputen war sie im 10. Jahrhundert eine florierende Stadt. Die Kachchwaha-Dynastie behielt die Hauptstadt in Amber bei. Das Fort Amber war Fürstenpalast der Kachchwaha-Dynastie, bevor Jaipur zur Residenzstadt wurde.

Nach unserer Besichtigung, es war wieder sehr warm, liefen wir den Berg hinab zum Parkplatz und besuchten das nahegelegene Elefantendorf. Hier konnten wir mit den Elefanten auf Tuchfühlung gehen, sie füttern und sogar dabei behilflich sein, die Brotfladen, die wir verfütterten zu formen und zu backen.

Unser heutiges Mittagessen bestand aus Bananen und Samosas einer gefüllten Teigtasche, in deren Innerem sich Kartoffeln und Zwiebeln befinden, Achtung scharf!

Dann ging es in eine Schmuckfabrik in der wir erklärt bekamen, wie die einzelnen Steine geschliffen wurden. Wer wollte, konnte es auch selbst einmal ausprobieren. Die kleinen Steine werden auf einen Stab geklebt und an eine sich drehende Schleifscheibe gehalten und so in Form gebracht. Wir bekamen auch die Möglichkeit dort Gold- oder Silberschmuck zu kaufen und Raphaela kaufte sich dort kleine Ohrringe.

Im Hotel machten wir uns kurz frisch und fuhren dann zum einem anderen Hotel. Hier fanden ein Konzert und ein Abendessen im Freien statt. Wir genossen eine traditionelle Tanzvorführung bei der die teilnehmenden Tänzerinnen Feuerschalen auf dem Kopf trugen. Später fand dann noch ein Marionettentheater statt. Müde und zufrieden beendeten wir diesen schönen Tag.

Tag 6 Donnerstag 24.11.2016

Heute lernten wir die 3 Millionenstadt Jaipur näher kennen. Unsere erste Station in der Innenstadt war der Palast der Winde, der aber nur aus einer Frontseite besteht, aber doch ein sehr schönes Fotomotiv abgibt.

Hier hielten wir uns aber nicht so lange auf und fuhren weiter zu einer Stoffdruckerei.

Ein Mitarbeiter, der sehr gut Deutsch sprach, zeigte uns, wie hier schon seit langer Zeit in Handarbeit Stoffe bedruckt werden. Das Verfahren ist recht einfach, denn für jedes Bild gibt es einen eigenen Holzstempel. An der Unterseite des Stempels ist ein Bild eingeschnitzt worden, z. B. ein Elefant. Jeder von uns bekam ein Stück Stoff und durfte sich ein Motiv aussuchen, welches er mit dem Stempel unter Anleitung der Mitarbeiter auf den Stoff drucken durfte. Das ist auch eine schöne Erinnerung an Indien und alle waren eifrig dabei. Normalerweise braucht die Farbe etwa 48 Stunden, bis sie getrocknet und vom Stoff angenommen wird. Es gab da aber einen Trick, denn wenn man ein Gemisch aus Salz und Essig auf den bedruckten Stoff gibt, geht der Trocknungsprozess um einiges schneller.

Nach der Stoffdruckerei gingen wir wenige Schritte weiter zu den Teppichknüpfern. Das Herstellen eines von Hand geknüpften Teppichs ist eine sehr harte und zeitaufwändige Arbeit. An einigen Stücken arbeiten bis zu vier oder fünf Mitarbeiter. Vor seiner endgültigen Fertigstellung wird jeder Teppich von einem Meister begutachtet. Eine Teppichfertigung kann mehrere Monate in Anspruch nehmen. Das ist auch der Grund dafür, dass die einzelnen Stücke so teuer sind. Wir können es gar nicht so richtig schätzen, was da für Arbeit dahinter steckt und sehen immer nur den hohen Preis.

Nebeneinander standen einige Webstühle, an denen Fäden hingen. Wir konnten uns kurz im Knüpfen versuchen, was sehr kompliziert ist und wozu sehr hohe Konzentration erforderlich ist. Ich durfte auch probieren und mit Hilfe gelang es mir auch (Fotobeweis). Später ging es dann in den Verkaufsraum und vor uns wurden sehr schöne Teppiche ausgebreitet. Einige Mitreisende kauften sich auch ein schönes Stück und nahmen es, wenn es nicht zu groß war direkt mit. Wer ein größeres Stück erstand, dem wird es in den kommenden Wochen zugeschickt.

Dann ging es weiter in die Schneiderei. Da in Indien die Handarbeit noch sehr preiswert ist, kaufen die Inder selten von der Stange, sondern lassen sich ihre Kleidung meist maßanfertigen. Wie schnell das wirklich geht, möchte man kaum glauben. Raphaela und ich ließen sich Hosen und Hemden schneidern und am Abend waren die Sachen in unserem Hotel. Sie passten natürlich wie angegossen.

Auch hier gab es einen Verkaufsraum in dem sehr schöne Tücher, Taschen mit schönen Motiven und einige andere Dinge zum Verkauf ausgestellt waren. Wir kauften einige Tücher zum Verschenken und Raphaela kaufte sich eine Umhängetasche.

Nachdem jeder für sich etwas gefunden hat, entweder einen Teppich oder etwas maßgeschneidertes besuchten wir die Innenstadt von Jaipur. Es ging hier typisch indisch zu, viele Menschen, ein wahnsinniger Verkehr und eine Geschäftigkeit die ihres Gleichen sucht.

Als wir unseren Bus verließen machten wir einen Stop bei einem Straßenverkäufer, der die verschiedensten Arten von Nüssen anbot. Hier ist es noch üblich zu kosten bevor man kauft, und das taten wir auch. Dann besuchten wir einen Tempel. Wir gingen diesmal aber nicht hinein, sondern einige Stufen hinauf und konnten so auf dem Dach des Tempels die Aussicht auf das geschäftige Treiben der Stadt genießen. Danach erwartete uns eine echte Herausforderung, die Überquerung eines Kreisverkehrs. Es zu beschreiben fällt mir schwer. Man geht einfach über die Straße, wenn man denkt der Zeitpunkt wäre günstig. Hätten wir Hari unseren indischen Reiseführer nicht dabei, würden wir vermutlich noch heute dort stehen, denn der Zeitpunkt einer Überquerung ist eigentlich nie günstig.

Wir bahnten uns unseren Weg durch ein Gewirr wartender Autos, Motorräder und Tuktuks, zwischen deren Stoßstangen wir uns durchschlängelten. Man hatte wirklich Körperkontakt mit den beiden Fahrzeugen, durch deren Zwischenraum man sich schob. Bei uns würde man das vermutlich lebensmüde nennen, aber das ist in Indien der Alltag und absolut normal. Man freut sich dann aber umso mehr, wenn man es geschafft hat, die Straße lebend zu überqueren.

Nun ging es zu einem Markt, auf dem Gewürze und Tee und allerlei anderer Dinge angeboten wurden. auch hier herrschte wieder ein reges Treiben. Die Händler kochen das Essen, welches sie anbieten frisch am Stand und nutzen meist kleine Gaskocher dazu. Der Tee oder die Gewürze die man kauft werden abgewogen und in kleine Tüten verpackt. alles liegt offen da und wird in Schalen oder Töpfen für den Kunden gut sichtbar angeboten.

Nach dem Marktbesuch durften wir, weil es so aufregend war, den Kreisverkehr gleich nochmal überqueren. Wieder an unserem Bus angekommen, stärkten wir uns etwas und fuhren zu unserem Hotel.

Dort hatten wir etwas Zeit uns auszuruhen bevor wir zum Abendessen in einen ehemaligen Maharadsha Palast fuhren. Der Besitzer erzählte uns sehr stolz aus der Vergangenheit seiner Familie. Hier kam für meinen Geschmack die Gegenwart etwas zu kurz, aber wer weiß, wenn man eine so bewegte Vergangenheit hat wie er, lebt man wohl auch ständig in dieser.

Nach dem kleinen Vortrag lud er dann zum Abendessen. alle speisen waren sehr frisch und es schmeckte wie immer sehr gut. Dann ging es wieder in unser Hotel. Dort angekommen durften wir eine Hochzeitszeremonie beobachten, die durch lautes Trommeln begleitet wurde. Der Bräutigam ritt auf einem Elefanten, was dann doch zeigt, wie reich seine Familie wohl sein musste. Es ist schon ein Statussymbol.

Tag 7 Freitag 25.11.2016

Fahrt nach Jodhpur

An diesem Tag hatten wir eine längere Fahrt vor uns. Es ging in die blaue Stadt Jodhpur. Dort angekommen besuchten wir die Gedenkstätte Jaswat Thada und das Ford Mehrabgarh, welches sich auch wieder auf einem Berg befand. Diese Anlage war auch sehr beeindruckend und wirklich riesig.

Recht müde Bezogen wir unser schönes Hotelzimmer und trafen uns mit den anderen mitreisenden zum gemütlichen Abendessen.

Tag 8 Samstag 26.11.2016

Heute besuchten wir eine Blindenschule, in der etwa 500 blinde Schülerinnen und Schüler eine kostenlose Ausbildung bekommen. Der Direktor der Schule, selbst blind, empfing uns freundlich und zeigte uns stolz seine Schule. In einer Klasse befinden sich meist 25 Schüler, also fast das Dreifache an Klassenstärke als man das von unseren Blindenschulen kennt. Die Schule machte auf uns einen alten, aber sehr sauberen Eindruck. Wir besuchten einen Klassenraum, in dem sich immer zwei Schüler eine Bank teilen. Dann schauten wir beim Musikunterricht rein und stellten fest, dass die Kinder hier viel lauter und freudiger singen, als das bei uns so üblich ist.

Ich hatte den Eindruck, dass sie sich sehr freuten und das in ihren Liedern auch zeigten. Es ist nicht unüblich, dass hier teilweise auf Decken auf dem Boden gesessen wird. Dann ging es weiter in den Computerraum. Hier liefen mehrere Ventilatoren um die Geräte zu kühlen. Der Raum war mit allem ausgestattet, was man für den Informatikunterricht so braucht, also Computer mit Sprachausgabe und Kopfhörern. Es fehlte etwas, genau die Braillezeile gab es nicht.

Woran das lag, traute ich mich nicht so offen zu fragen, aber sicher an den sehr hohen Anschaffungskosten.

Nach einem Tee im Speisesaal bekamen wir mit, dass das Mittagessen vorbereitet wurde. Die Essensportionen werden bereits auf den Tischen platziert und jeder Schüler hat seinen vorgeschriebenen Sitzplatz. Dann verließen wir die Blindenschule wieder und fuhren in ein Hotel, in dem wir an einer Kochvorführung teilnahmen. Hier wurde uns gezeigt, wie man drei einfache indische Gerichte zubereitet. Nach der Zubereitung aßen wir auch gleich zu Mittag und probierten die gerade zubereiteten Gerichte aus.

Danach fuhren wir weiter, um den indischen Volkssport Nummer 1, Kricket, auszuprobieren. Unser Übungsplatz befand sich in unmittelbarer Nähe einer Schule, und so mangelte es nicht an Zuschauern.

Wir wollten aber auch einmal ausprobieren wie es ist mit einem Tuk tuk zu fahren und auch das machte unser Reiseleiter Hari für uns möglich.

Mit Kurzem Aufenthalt in der belebten Innenstadt von Jodhpur mit Smog, eines aus der Zeit der britischen Regierung stammenden Uhrturms, vielen bettelnden Kindern und einem Markt, ging es weiter in ein Lagerhaus, wo auch wieder Stoffe in den verschiedensten Farben und Arten angeboten wurden. Man kann sich das wie eine Art Fabrikverkauf vorstellen.

Auf der Busfahrt zu unserem Hotel beteten wir mit einem old monk (indischem Rum) zur Göttin Burga. Abendessen im Hotel.

Tag 9 Sonntag, 27.11.2016

auch heute stand uns eine Längere Fahrt ins Haus. Es ging nach Pushkar.

Auf der Fahrt hielten wir an einem Bauernhof und fragten, ob wir ihn uns ansehen dürfen. Der Besitzer freute sich und zeigte uns seinen Hof. Er lebt dort mit seiner Familie ohne Strom. Ob es dort fließendes Wasser gab, kann ich nicht sagen. Die Kinder und die Familie begrüßten uns, denn hier scheint nicht oft eine Gruppe Europäer anzuhalten. Der Besitzer des Hofes hatte natürlich auch ein Handy und da lag die Frage sehr nahe, wie er es denn auflädt, wenn er doch keinen Strom hat. Die Antwort kam schnell und sicher. Er hat wohl einen Solarakku und wenn der Strom nicht reicht, geht er für zwei Stunden zum Nachbarn rüber, tauscht sich mit ihm aus und lädt ganz nebenbei sein Handy. Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Zeit in Indien keine Kostbarkeit wie bei uns ist. Man hat sie und davon sehr viel.

In Pushkar angekommen, bezogen wir unsere Zimmer in einem schönen Resort, welches in einer parkähnlichen Anlage liegt. Hier gingen wir etwas spazieren und ruhten uns etwas aus.

Am Nachmittag brachen wir zu einer Kamelkarrenfahrt in die Dünen auf. Die großen Wüstentiere zogen immer einen Karren, auf dem vier Leute Platz fanden. Die Räder des Karrens bestanden aus gebrauchten Flugzeugreifen, um gut durch den Wüstensand zu kommen. Auf unserem Weg kamen wir durch ein Dorf und fuhren an einer Siedlung von Wanderarbeitern vorbei. Die Wanderarbeiter stellen in Indien ein Problem dar, denn sie haben keinen festen Wohnsitz und lassen sich mit Ihren Familien in Zelten nieder.

In den Dünen angekommen, konnten wir einen sehr schönen Sonnenuntergang beobachten. Die Temperaturen fielen sehr schnell und so wurde der Sand auch schnell recht kalt.

Tag 10 Montag 28.11.16

Es ging in die Innenstadt von Pushkar. Hier leben zwar für indische Verhältnisse wenige Menschen, was aber nicht heißt, dass es hier ruhig zugeht. Wir besuchten auch hier einen HinduTempel. auf unsere Schuhe passte der Geschäftsmann nebenan auf und hatte dann später natürlich auch gute Verkaufschancen bei uns. Wir kauften uns ein Töpfchen Tiger Balsam und auch einige andere Mitreisende unserer Gruppe wurden fündig.

Danach wurde es sehr emotional, denn wir durften an einer Zeremonie am Heiligen See teilnehmen. Der Brahmane, der die Zeremonie durchführte hat mit uns ein Mantra gesprochen und uns einzeln gesegnet. Dann kam der Moment, an dem man sich in Gedanken etwas wünschen konnte.

Es wurde in diesem Moment ganz still um uns herum. Wir saßen auf den Stufen, die zum Heiligen See hinab führten und auch die Kühe ließen es sich nicht nehmen, die Stufen herunter zu gehen.

Der Brahmane wickelte uns ein Wollfaden-“Armband”, für Damen am linken Handgelenk und für Herren am rechten Handgelenk um den Arm.

Nach der Zeremonie besuchten wir einen CD-Laden in dem wir uns zwei CDs mit indischer Musik kauften. Dann ging es weiter zum Sikh-Tempel. Die Sikhs sind eine sehr tolerante Religion. Sie essen nichts, was auf der Erde wächst oder aus Tieren oder Pflanzen besteht. Kein Tier wird getötet, nicht einmal die berühmte Fliege an der Wand. Ein Sikh schneidet seine Haare nie und verdeckt sie mit einem Turban. Frauen nehmen in dieser Religion eine absolut gleichwertige Rolle ein.

Als wir den Sikhtempel betraten, mussten wir uns natürlich die Schuhe ausziehen und unsern Kopf bedecken. Vor dem Tempeleingang befindet sich ein Becken durch das man läuft, um sich die Füße zu waschen. Einige Meter weiter wäscht man sich die Hände und tritt dann in den Tempel, der teilweise mit Teppichen ausgelegt ist.

Am Nachmittag hatten wir Freizeit und entspannten am Pool.

Tag 11 Dienstag 29.11.2016

Zugfahrt von Ajmer nach Delhi

Heute verließen wir Pushkar und fuhren mit dem wichtigsten Verkehrsmittel in Indien, dem Zug. Man hatte ja schon so einiges über indische Züge gehört, gnadenlose Überfüllung, Leute fahren auf dem Dach mit, Zugunglücke usw. Von all diesen Dingen blieben wir verschont, denn wir fuhren mit dem Besten, was die indische Eisenbahn zu bieten hatte. Da wir reserviert hatten, gab es überhaupt kein Platzproblem. Die Namen der Passagiere stehen außen an den Wagen des Zuges und so kann man sich leicht orientieren. Das Innere des Zuges war recht gemütlich. als wir unsere Plätze eingenommen hatten, bekamen wir jeder eine große Flasche Wasser und einige andere Kleinigkeiten gereicht. Während der Fahrt gab es dann auch ein Abendessen im Zug. Unsere Zugfahrt verlief recht kurzweilig, obwohl sie etwa 7 Stunden dauerte.

In Delhi angekommen erwartete uns ein recht voller Bahnhof, obwohl es schon etwa 23:00 Uhr war. Für indische Verhältnisse war es aber recht leer. Ich hörte, dass die Lautsprecheransagen auf Englisch und Hindi gemacht wurden.

Auf dem Vorplatz des Bahnhofs schliefen viele Leute einfach auf dem Boden. Sie waren dick eingewickelt und es handelte sich wohl auch um Wanderarbeiter, die sich keine Unterkunft leisten wollten. Dann erwartete uns wieder unser Bus, der uns zu unserem bekannten Hotel, welches wir schon vom Anfang unserer Reise kannten brachte. Unser Gepäck hatten wir praktischerweise auf unserer Zugfahrt nicht dabei, denn es verblieb im Bus.

Tag 12 Mittwoch 30.11.2016

länger schlafen und Delhi pur

Heute ließen wir es ruhig angehen. Das brauchten wir auch, denn die letzten Tage waren doch sehr ereignisreich.

Am frühen Nachmittag luden wir unser Gepäck in den Bus und machten uns auf nach Old Delhi. Dort angekommen machten wir eine Rikscha Fahrt durch die Innenstadt. Das war sehr abenteuerlich, denn die Straßen waren vollgestopft mit Menschen, Fahrzeugen aller Art und wir kamen nur sehr langsam weiter. Wenn man die Hand links oder rechts rausstreckte, war da gleich immer irgendetwas oder irgendwer, also Hände besser in der Rikscha behalten. Wir fuhren direkt durch einen Markt, das übliche indische Markttreiben erwartete uns dort.

Wieder angekommen, besichtigten wir die Freitagsmoschee und bummelten noch ein wenig über den Markt.

Dann fuhren wir weiter zu einem anderen Sikhtempel den wir noch besichtigten. Hier gab es eine Besonderheit. Im Tempel gibt es eine Küche, die 24 Stunden geöffnet hat und ein kostenloses Essen für Hilfebedürftige anbietet. Es kann jeder, der sich die Zeit dazu nimmt, bei der Zubereitung des Essens helfen und so seinen Beitrag für die Allgemeinheit leisten. Ich finde das eine sehr schöne Sache, die auch sehr gut angenommen wird.

In den großen Städten wie Mumbai, Delhi, usw. wurden die heiligen Kühe aus dem Stadtgebiet verbannt. Das Verkehrschaos ist einfach zu groß und schon ohne das heilige Tier kommt der Verkehr komplett zum Erliegen.

Nach unserer Besichtigungstour fuhren wir ins Hotel Radisson Blue – Duschen, Umziehen, und Abendessen. Das Buffet, welches uns erwartete war wieder vorzüglich. Es gab sogar verschiedenste Torten.

Dann ging die Fahrt zum Flughafen.

Am 01. Dezember um 03:30 indischer Zeit startete unser Rückflug nach Frankfurt, der 8 Stunden dauerte.

Am Flughafen in Frankfurt verabschiedeten wir uns von unseren Mitreisenden und gingen zu unserem Anschluss Flug nach Wien, der auch pünktlich startete.

Um 12:50 Uhr kamen wir dann wohlbehalten zu Hause an.

Unser Fazit

Wir waren mit den Vorbereitungen, der Reise selbst und der Betreuung auf der Reise durch unseren Reiseleiter und Laura von Tour de Sense sehr zufrieden. Indien ist ein Land, auf das man sich einlassen muss, ohne zu viel Vergleiche mit unserer Kultur anzustellen. Wem das auf einer Indienreise nicht gelingt, wird wohl nie wieder eine Reise ins Land der Elefanten, der Tempel und der Gewürze antreten. Wer sich aber auf all das einlässt, was ihn erwartet oder wer durch gute Vorbereitungen die Sitten und Gebräuche dieses Landes studiert, den lässt Indien nicht mehr so schnell los.

Ich habe so manches Mal auf dieser schönen Reise gedacht, dass man doch eigentlich bei uns einmal versuchen sollte zu leben wie ein Inder, aber wusste gleichzeitig auch, dass man damit kläglich scheitern wird.

Von einigen Bekannten hörte ich, was es geht nochmal nach Indien? Ja und es war wieder eine komplett andere Reise als mein letzter Indienaufenthalt vor einem Jahr. Und auch das wird wohl nicht meine letzte Indienreise in meinem Leben gewesen sein. Und die von Raphaela auch nicht. Denn auch ihr hat es sehr gefallen und sie ist mit vielen Eindrücken nach Hause gekommen. Sie konnte abschalten und sich auf Neues einlassen.